Wieder im Buchenwald Grumsin

SandraUckermark, Wandern0 Kommentare

Wegweiser im Grumsin in der Uckermark

Wanderjenosse Sandra

Nachdem der Silberrücken von uns in den letzten Jahren wandermässig indoktriniert wurde, ist nun endlich ein erster Erfolg zu erkennen. Er äußert einen Wanderwunsch! Und um das Motivationsniveau zu halten, gestehen wir ihm den gerne zu. Er will  auch den Buchenwald Grumsin sehen. Wanderjenosse Lea und ich waren im letzten Herbst schon einmal dort, aber im Frühlingskleid kann ich mir den Buchenwald auch sehr gut vorstellen. Und so geht’s los.

Wieder im Buchenwald Grumsin

Wir starten im morgendlich verschlafenen Altkünkendorf und nehmen das orangene Buchenblatt.
Das ist die Wegmarkierung für heute. Ein Stück die wenig befahrene Straße entlang, links abgebogen und – zack rein in den Buchenwald.

Buchenwald Grumsin

Im Buchenwald Grumsin

Im Gegensatz zum vernebelten Herbstmorgen, als wir durch den mystischen Grumsin zogen, erscheint er heute frühlingsfrisch und voller Leben. Die Vögel schreien sich die Kehle aus dem Hals und alles Grün strebt zum Licht. Vereinzelt hören wir das Trompeten der Kraniche. Sie verrichten ihr Brutgeschäft tief in der Kernzone des Weltnaturerbes, wo wir gemeinen Grumsinbesucher nicht hin dürfen. Erstaunlich, welch unterschiedliche Facetten der Wald zu bieten hat. Einzig der Buckow-See liegt wieder still und klar wie ein Spiegel inmitten der Bäume.

Feldweg in der Uckermark

Entlang der Feldwege zum Wolletzsee

Plötzlich ist der Wald zu Ende und der Weg windet sich am Rand der hügeligen Felder entlang. Der Weissdorn steht in voller Blüte und sein süsser Duft begleitet uns bis zum Louisenhof. Auch diesmal sind wir wieder zu früh dran. Das Atelier von Annette Tucholke und Christian Bonnet öffnet erst um 12.00 Uhr. Wieder nichts mit Angucken und Kaffeetrinken.

Wo bitte geht`s zum See?

Wir ziehen weiter entlang der alten Feldwege, durch den Angermünder Stadtforst bis zum Wolletzsee. Der See schimmert durch den Uferbewuchs, lässt sich jedoch nicht gewaltfrei erreichen. Gut vorbereitet, wie ich bin, weiß ich, dass irgendwann eine Badestelle kommen soll. Also balancieren wir auf dem schmalen Pfad zwischen Feld und See entlang. Der Silberrücken hat schon wieder Angst, dass wir falsch sind und spielt die übliche Platte ab:
„Bist du sicher, dass wir richtig sind?“
„Ja, man!“

Käferkunde

Um Euch das Warten auf die Badestelle zu verkürzen, schiebe ich einen kurzen Bildungsauftrag ein. Käferkunde! Nicht dass ich mich auskennen würde; nein, ich muss die kleinen Freunde jedes Mal ausgooglen. Jedenfalls sind uns diese Beiden heute über den Weg gelaufen.

Schwarzblauer Ölkäfer (auch Maiwurm genannt)

Schwarzblauer Oelkaefer in der Uckermark

der Schwarzblaue Ölkäfer wirkt etwas plump

Schön ist er nicht, aber dafür schön groß. Bis zu  3,5 cm groß kann er werden. Er ist tagaktiv und zwischen April und Juni an warmen und offenen Standorten zu finden. Er lebt erdnah und ernährt sich von Pflanzen. Aber Vorsicht! Er kann aus seinen Beingelenken ein Gift zur Abschreckung ausscheiden. Auch sonst bereitet er seinen Insektenkumpels eher Ungemach. Die Larven des Schwarzblauen Ölkäfers schlüpfen aus Eiern, die das Weibchen im Boden abgelegt hat. So weit, so gut. Dann klettern die Larven auf Blüten und warten auf einen fliegenden Wirt (z.B. einzeln lebende   Bienen). Sie heften sich an den Wirt und lassen sich in dessen Nest tragen. Dort fressen Sie die Eier oder Larven des Wirtes und die angelegten Vorräte. Sie verpuppen sich und überwintern im Boden. Im kommenden Frühjahr schlüpft der Käfer.
Der Schwarzblauen Ölkäfer wird in Deutschland auf der Roten Liste geführt und gilt als gefährdet.

 

 

 

Goldglänzender Laufkäfer

Laufkäfer in der Uckermark

Ein flinker Goldglänzender Laufkäfer

Dagegen ist der Goldglänzende Laufkäfer eine wahre Schönheit. Er glänzt herrlich gold-grün, wenn die Sonne auf ihn scheint. Eigentlich ist er nachtaktiv, macht aber keinen müden Eindruck. Ganz im Gegenteil, der Bursche kann ziemlich schnell laufen. Auch wird über 3 cm groß. Er schätzt Laub- und Mischwälder und besonders Buchenwälder. Er ernährt sich von Würmern und kleineren Insekten, die er aktiv fängt.

 

 

Immer diese Stadtmenschen

So, nun haben wir die erwartete Badestelle erreicht. Lola schwimmt schon mal los, nur unser Nesthäkchen streikt, da die Wellen einen Pollenteppich ans Ufer gespült haben. Das Stadtkind ekelt sich. Parallel zum Pollenerklärgespräch rette ich dem Silberrücken das Leben. Er will sich auf die bereitstehende Bank setzen, merkt jedoch nicht, dass die Sitzfläche nicht an den Auflageklötzen befestigt ist. Sie liegt nur auf. Ihr wisst Bescheid, was passiert, wenn man sich nicht genau in die Mitte setzt!? Auch in der Uckermark gilt das Hebelgesetz.

Alles wie immer

am Wolletzsee

Wanderpause am Wolletzsee

Wir pausieren ausgiebig, springen in den Wolletzsee und genießen die Ruhe. Bis nach Altkünkendorf ist es nun nicht mehr weit und ich bin gespannt, ob das Wachschaf noch immer seinen Dienst versieht. Und tatsächlich: Es ist nach wie vor auf seinem Posten und wir kommen pünktlich zur Wachablösung. Schön dass es noch Dinge gibt, auf man sich verlassen kann.

Wachschaft von Altkünkendorf

Wachschaf nebst Wachablösung

TIPP
Gut Einkehren ist im Kaffee-Konsum in Wolletz. Leckere Burger, Wildschweinbratwurst und natürlich Kaffee und Kuchen. Alles mit regionalen Zutaten – und modernem Ostalgie-Charme.

Quelle Käferinfos: http://www.naturspektrum.de/

Start: Kirche, 16278 Altkünkendorf
Ziel: Kirche, 16278 Altkünkendorf
Rundwanderweg: ja
Länge: 11,5 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
schattig und sonnig (fifty-fifty)

Der Buchenwald Grumsin in Bildern

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Wanderjenosse Sandra
Sandra

Sandra

Ich bin in Brandenburg aufgewachsen und liebe die Märkische Landschaft und ihre Menschen. Ich bin Immer auf der Suche nach den schönsten und abgelegensten Winkeln zum Wandern und darüber Schreiben.

Wanderjenosse Lea
Lea

Lea

Jetzt soll ich mich also beschreiben. Naja… Ich bin halt so, wie ich bin. Ich heiße Lea, bin Vollzeitpubertierende und gehe in die 9. Klasse. Mein Notizblog und meine Wanderschuhe folgen mir überall hin.

 

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