Barfußpark macht barfußstark

SandraFläming, Wandern0 Kommentare

barfuss im Barfusspark Beelitz
Eine Tour, zwei Berichte!
Mutter und Tochter bloggen über Ihre Wandererlebnisse!

Wanderjenosse Sandra

Ja, barfuß laufen ist gesund. Es stärkt die Fußmuskulatur, macht die Füße unempfindlicher und das Immunsystem gleich mit. Aber barfüßig kann ich überall sein. Einfach Schuhe aus, fertig und loslaufen. Wofür brauche ich also einen Barfußpark? So sehe ich unserem Tag im Barfußpark Beelitz etwas argwöhnisch entgegen.
Vom Regionalbahnhof Beelitz-Heilstätten bis zum Barfußpark laufen wir noch beschuht. Es ist nur ein kurzes Stück Weg entlang der Ruinen der Beelitzer Heilstätten bis zum Eingang  des Parks. Ich bin überrascht über den durchdachten Eingangsbereich. Eine blitzsaubere Batterie von Fußwaschplätzen steht bereit. Desgleichen an Schließfächern für Schuhe und anderen unnützen Ballast. Wie immer, sind wir die frühen Vögel und haben den Park fast für uns allein.

Eingang des Barfusspark Beelitz

Eingangsbereich des Barfussparks

 

Fussreinigung Brafusspark Beelitz

Hier werden die Füsse geschrubbt

Ich hab kalte Füße

Los geht`s entlang der Wasserschräge, damit die Füße gleich wissen, was ihnen hier blüht. Ganz schön kalt! Danach geht es durch ein Bett von Glasscherben, über große und kleine Steine und, für die ganz Hartgesottenen über Tannenzapfen und Bucheckern. Für Hasenfüßer, wie mich, gibt es den Looser-Track, der drumherum führt. Balancierstämme und ein Kneippbecken sorgen unterwegs für Abwechslung. Die verschiedenen Stationen bringen unsere Füße und uns ganz schön auf Trapp. Nachdem wir den roten Weg fast beendet haben, machen wir am Kräutergarten eine kurze Pause und haben viel Spaß an den Tast- und Riechkästen.

Kräuter im Barfusspark Beelitz

Im Kräutergarten

 

Fühlkasten Beelitz Barfusspark

Was steckt im Fühlkasten?

Warmlaufen

Ich bemerke, dass das ungewohnte Gefühl zu Beginn nun gänzlich verschwunden ist. Meine Füße sind jetzt auch warm und wollen mehr. Wir nehmen daher den blauen Weg. Hier gibt es jede Menge Balancierstationen. Unser Highlight ist die Pfeifenwippe, mit der die Füße herrlich schräge Tonfolgen erzeugen können. Und da wir schon mal hier sind, gehen wir nun auch noch den gelben Weg. Hier kriegen wir voll auf die Füße. Es geht über verschiedene Untergründe: über Reisig, durch nassen Schlamm, Torf und durchs Moorbad. An den Erlebnisstationen erproben wir unsere Geschicklichkeit  oder können die Aufgaben oft nur zusammen lösen.

Barfußpark Beelitz – Freiheit für die Füße und den Geist!

Als wir nach zwei Stunden gemütlich im Café sitzen, muss ich mir eingestehen, dass ich das Ganze gedanklich völlig falsch angegangen bin. Es geht hier gar nicht um das Laufen, nur ohne Schuhe. Es geht ums Fühlen. Zuvorderst mit den Füssen, aber auch mit allen anderen Sinnen. Im Barfußpark bietet sich ausreichend Gelegenheit, die sonst in Schuhe gezwängten Füße zu befreien; und alle anderen Sinne gleich mit. Und dass Befreiung so viel Spass machen kann, hätte ich auch nicht gedacht.

Wanderjenosse Lea

Heute stellen wir euch ein Erlebnis der ganz besonderen Art vor. Die Rede ist vom Barfußpark Beelitz-Heilstätten. Wie der Name schon sagt, setzen wir uns heute intensiv mit den Füßen auseinander, mit nackten Füßen.

Vorfreude ist die schönste Freude

Beelitz-Heilstätten ist mit dem Regionalzug wunderbar erreichbar. Am Bahnhof geht es los und schon nach kurzer Zeit geht es nach links in das Herz der Heilstätten. Wir folgen dem breiten Hauptweg bis zum Ende und schon lässt sich der Barfußpark blicken. Auf dem Weg dorthin ragen Teile von verfallenen Gebäuden heraus. Ein sehr skurriler Anblick, der aber mindestens genauso magisch ist. Schon von weitem weisen uns große und kleine Schilder den Weg zu unserem Ziel. Uns wird klar, dass „Park“ definitiv die richtige Bezeichnung für das  ist, was wir bebarfüßlern wollen.

Barfusspark Beelitz

Hier gehts lang!

Schuhe aus!

Das Nesthäkchen hat ihre Schuhe schon Meilen vorher ausgezogen und auch wir können es kaum noch erwarten. Als wir das Gelände betreten, sind wir beeindruckt: Das hatten wir nicht erwartet. Es gibt einen professionellen Füßewaschplatz und kostenlose Schließfächer für die Schuhe, die werden hier schließlich nicht benötigt. Von jetzt an geht es barfuß weiter. Was uns noch nicht klar ist: Die Waschanlage werden wir später dringend benötigen! Wanderjenosse Sandra will schon den Rückzug antreten, der Boden ist ihr zu kalt. Nichts da, wir ziehen das jetzt durch!

Überraschungen für die Füße

Als erstes geht es durch die Wasserschräge. Was soll ich sagen? Es ist sehr… nass. Und kalt. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Die verschiedenen Böden sind wie Überraschungseier: Man weiß nie, was einen erwartet. So sind die Glasscherben als zweite Attraktion für Wanderjenosse Sandra schon zu viel. Sie verzichtet auf den Spaß. Dabei sind die Scherben abgerundet und das Laufen macht so viel Spaß, dass wir es gleich nochmal machen. Es folgen weitere spannende Materialien, harte, weiche, nasse und kalte. Es gibt ein Kneippbecken und merkwürdige Brücken. Nach einem kleinen Lehmbad sind unsere Füße schon recht dreckig und wir fragen uns, wie es wohl weiter geht. Obwohl wir mitten drin sind, treibt uns die Vorfreude auf die nächste Station immer weiter. Auch für den Riech- und Tastsinn ist etwas dabei, es wird also nie langweilig.

Kurzurlaub für Körper und Seele

Schließlich erreichen wir den Kräutergarten. Alles ist fein säuberlich beschriftet, wie es sich gehört. Wir entscheiden, eine kleine Pause einzulegen und uns zu stärken. Von nun an verlassen wir unseren bisherigen Weg und biegen auf einen etwas Unscheinbareren ab. Er führt uns weiter in den Wald hinein. Es folgen Balancierscheiben und eine Waldwippe. Mit jedem Schritt werden wir entspannter und lassen einfach alles auf uns zukommen. Im Birkenwald, den wir zeitnah erreichen, hängen Discokugeln. Im Sonnenlicht glänzen sie wunderschön und bieten ein eindrucksvolles Schauspiel.

Disco im Barfusspark Bellitz

Ein Wald voller Discokugeln

Matsche-Patsche, wir kommen

Irgendwann kommen wir dann doch wieder auf den Hauptweg, der uns durch nassen Lehm und Moor führt. Unsere Füße sehen aus, als hätten sie Schuhe an. Nur noch bei 190 Grad in den Ofen und die Wanderschuhe sind wie neu! Wanderjenosse Sandra ist Spielverderber und weigert sich, neue Wanderschuhe zu kreieren. Immer wieder gibt es etwas zum Entdecken. Sei es für die Hände, den Kopf oder eben die Füße. Viel zu schnell sind wir wieder am Waschplatz angelangt. Nur die riesige Schaukel muss noch getestet werden. Und die ist echt toll!

dreckige Füsse im Barfusspark Babelsberg

Neue Wanderschuhe

Und jetzt Schrubben

Mit Wasser und Bürste geht es dem Dreck an den Kragen. Die Schuhe werden wieder angezogen, aber an Gehen ist noch nicht zu denken. Wir setzen uns ins fußeigene Café, wo wir es uns gut gehen lassen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, so dass wir unbesorgt die Sommersonnenstrahlen genießen können.

Wir werden wieder barfüßlern

Am schönsten ist für mich das Unerwartete. Hinter jeder Ecke wartet hier, im Barfußpark Beelitz-Heilstätten, eine Überraschung. Und genau das macht es so spannend. Auch wenn wir nur drei Kilometer gelaufen sind, fühlt es sich an, als wären es mehr gewesen. Die Strecke lässt sich beliebig variieren und abkürzen.

TIPP
Es gibt auch tolle geführte Angebote durch den Barfußpark Beelitz für Schulklassen, Kindergeburtstage und Firmenevents. Infos gibt`s auf der Webseite des Parks .

Streckeninfos

Start: Ein- und Ausgang Barfußpark: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz
Ziel: Ein- und Ausgang Barfußpark: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz
Rundwanderweg: ja
Länge: 3,1 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
schattig

Barfußpark Beelitz-Heilstätten in Bildern

 

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Wanderjenosse Sandra
Sandra

Sandra

Ich bin in Brandenburg aufgewachsen und liebe die Märkische Landschaft und ihre Menschen. Ich bin Immer auf der Suche nach den schönsten und abgelegensten Winkeln zum Wandern und darüber Schreiben.

Wanderjenosse Lea
Lea

Lea

Jetzt soll ich mich also beschreiben. Naja… Ich bin halt so, wie ich bin. Ich heiße Lea, bin Vollzeitpubertierende und gehe in die 9. Klasse. Mein Notizblog und meine Wanderschuhe folgen mir überall hin.

 

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